Die Teilnehmenden der Weiterbildung ‚Deeskalationstraining für prikäre, berufliche Situationen ‘ lernen, in Konfliktsituationen´(persönlich / telefonisch) sicher und selbstbehauptend zu intervenieren, ohne verbale, atmosphärische oder physische Gewalt anzuwenden. Ein sicherer Umgang mit Beschwerden, Kritik, in der Teamführung etc. ist eine wichtige Kompetenz, um subtile und offene Übergriffigkeit, Aggressionen und Gewalt frühzeitig zu erkennen und zu deeskalieren. Die Weiterbildung dient dazu, die Handlungsfähigkeit in den verschiedenen Spannungsfeldern zu stärken. Sie vermittelt den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich in ihren jeweiligen Rollen zu hinterfragen und sich innerhalb vorhandener beruflicher Kontexte und Situationen weiterzuentwickeln und neu zu positionieren.

Wichtiger Schwerpunkt in der Weiterbildung ist die Achtung der eigenen Grenzen und die des Gegenübers: Wie erkenne und wahre ich diese? Ziel ist die Wahrung bzw. die Wiederherstellung eines respektvollen Umgangs mit selbst und mit meinem Gegenüber.

Die Dynamiken in sozialen Kontexten sollen aufgrund der im ‚Deeskalationstraining‘ erlernten Fähigkeiten konstruktiv beeinflusst werden können. Gleichzeitig sollen die Teilnehmenden die Fähigkeit erhalten, Übergriffigkeiten frühzeitig zu erkennen und offene und subtile Übergriffigkeit früh unterbrechen zu können. Dies auch, um die psychische und physische Gesundheit der umgebenden Personen im Arbeitsalltag (und auch die eigene Gesundheit) zu schützen.

Zielgruppe der Weiterbildung ‚Deeskalationstraining‘ sind Personen mit Tätigkeiten in prekären sozialen Kontexten. Beispielsweise SozialarbeiterInnen, ErzieherInnen, SoziotherapeutInnenen, LehrerInnen, SchulsozialarbeiterInnen, Dienstleistungen aller Art, Sicherheitsdienst/Security, Pflegefachkräfte oder Teamleitungen.

Das Training ist in der Regel als handlungsorientiertes Seminarprogramm konzipiert. Im Mittelpunkt steht der Wechsel von Theoriereflexion und praktischen Trainingssequenzen. Dabei geht es zum einen um das Kennen lernen und Ausprobieren von konkreten Verhaltensmöglichkeiten in Konflikt-, Bedrohungs- und Gewaltsituationen, zum anderen um den Aufbau von reflektierten Positionen zur offensiven, möglichst gewaltlosen Auseinandersetzung mit aggressiven oder gewaltbereiten Jungen, Mädchen, Jugendlichen und Erwachsenen. Das Training basiert auf thematischen Bausteinen, die je Trainingsgruppe in unterschiedlichen Sequenzen anwendungsorientierte Hilfe zur Übertragung in die eigene Bildungsarbeit eröffnen.

In einem (z.B. zweitägigen) Training werden theoretische und in sich geschlossene praktische Bausteine zur (methodischen) Erarbeitung des Themas vorgestellt. Dazu gibt es jeweils schriftliche Kurzfassungen, die eine Übertragung in Ihren Alltag erlauben. Jeder Baustein ist an eine (spielerische) Übung gekoppelt.

Inhalte:

Definition der Begriffe Sicherheit, Aggressivität und Gewalt
Erlernen eines professionellen Umgang mit dem Thema Gewalt
Erkennen und Benennen von Konflikten und Gewaltsituationen im Vorfeld und in der Eskalation
Umgang mit verbalen Aggressionen wie Beleidigungen, Beschimpfungen, Drohungen, etc.
Deeskalierende Kommunikation
Notfallpläne für Teams
Erstellen von Handlungsplänen im Krisenfall
Überprüfung eigener Positionen zur Gewalt, eigener Widersprüche und eigener Aggressionspotentiale
Impulse und Übungen zur Thematisierung von Gewalt
Entwicklung von Interventionsberechtigung
Erprobung von Flucht- und Interventionsmöglichkeiten in der Dynamik von Gewaltprozessen
Überprüfung und Erweiterung des Verhaltens- und Handlungsrepertoires in Stress-Situationen
Training zum offensiven, intuitiven und reflektierten Handeln in Konflikt-, Bedrohungs-, Krisen- und Gewaltsituationen
Rechtliche Grundlagen von Notwehr, Nothilfe

Zielsetzung:

Entwicklung von gewaltdeeskalierenden Verhaltens- und Handlungsmöglichkeiten in drei Teilschritten:

Gewalt, Rassismus, Diskriminierung erkennen, beim Namen nennen und thematisieren können. Vermittlung von Methodenrepertoires zur Gewaltprävention und zur zivilen Konfliktbearbeitung.
Überprüfung und Weiter-Entwicklung eigener Positionen in Konsensfindungsprozessen.
Entwicklung, Erprobung und Sicherung (Transfer) von Verhaltens- und Handlungsmöglichkeiten in Konflikt-, Bedrohungs- und Gewaltsituationen