Durch unsere berufliche Kooperation in der Arbeit mit Gewalttätern und Menschen mit hohem aggressiven Potential kamen die Ansätze des Anti-Gewalt-Trainings, dass seinen Ursprung im Anti-Aggressivitäts-Training® ( Ausbildungshintergrund: Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS) ) hat und dem  Gewalt-Alternativ-Training zusammen.

Das Anti-Gewalt-Training Osnabrück ( früher:  Anti-Aggressions-Training Osnabrück)  des Büro49 ist ein deliktspezifisches und defizitorientiertes Training für Personen, die erstmalig oder wiederholt durch aggressives und körperverletzendes Verhalten auffällig geworden sind. In der Arbeit mit Jugendlichen, Heranwachsenden und Erwachsenen geht es um eine frühzeitige Vermeidung einer „Straftäterkarriere“ durch verschiede pädagogischen Methoden. In dieser Arbeit kooperieren wir u.a. mit dem „Fachzentrum Faust“ des Diakonischen Werkes. Durch die Möglichkeit eines sozialen Trainings wird diesem Personenkreis die Möglichkeit gegeben, ihre grundlegende Einstellung zur Gewalt zu erkennen und zu überdenken. Neue Verhaltensmuster werden durch verschiedene Übungen trainiert und der Kreislauf zwischen Gewalt und repressiven Maßnahmen wie z.B. Verweise, Anzeigen oder sogar Arrest, Haft- und/oder Geldstrafen durchbrochen.

Der Grundgedanke des Trainings ist es, dass der Gewalttäter Verantwortung für seine Opfer übernimmt. Erst wenn er das Opferleid und seine Verantwortung daran erkennt ist er in der Lage, sich für eine neue, friedliche Identität zu entscheiden.

Das Gewalt-Alternativ-Training (GAT), entwickelt von Marco Hannak, entstand aus den Konzepten eines Deeskalations- und Affekt-Kontroll-Trainings. Theoretisch ist es  systemisch, lösungs- und ressourcenorientiert ausgerichtet.  Das GAT strebt eine Verhaltensänderung und einen Aufbau von Aggressionshemmschwellen dadurch an, dass Bedürfnisse erkannt und dadurch Ziele entwickelt werden können. Das GAT ist ein kommunikativer und körperorientierter Ansatz, der durch unterschiedliche Methoden u.a. aus der Erlebnispädagogik, den Kampfesspielen®, Theaterpädagogik und konstruktiver Konfliktlösung den Teilnehmern einen Zugang zur reflektierter Erfahrung ermöglichen möchte.

Inhaltlich gibt es viele Übereinstimmungen zwischen dem Anti-Gewalt-Training und dem Gewalt-Alternativ-Training und gleichzeitig auch wertvolle Ergänzungen, die das Training mit den beiden Trainern einzigartig machen.

Zielgruppe:

Zielgruppe sind die Personen, die durch Gewaltdelikte immer wieder auffielen. In einer Trainingsgruppe wird mit bis zu 8 Teilnehmern gemeinsam über einen Zeitraum von ca. 5 Monaten einmal wöchentlich ca. 3 Stunden gearbeitet.

Wesentliche Inhalte sind:

  • Aufarbeitung der Gewaltdelikte
  • Förderung von Empathie und Gewissensbildung
  • Erlernen grundlegender Kenntnisse über Rollenverhalten und angemessene Kommunikation
  • Erkennen eigener Stärken und Schwächen und Aufbau von Selbstbewusstsein
  • Selbstkontrolle und -beherrschung verstärken
  • Übungsmodule und erlebnispädagogische Maßnahmen
  • Gewaltfreier Umgang mit Provokationen

Bilder vom Anti-Gewalt-Training